[Blogtour] zu: Jannes C. Cramer - Schattentäter / Tag 2








Nur ein Spot ist an, Applaus gibt es keinen. Die einzigen Zuschauer im Raum stehen hinter den Kameras. Niemand klatscht in die Hände. Aufgeregt betritt Talkmasterin Juliette den abgedunkelten Bereich und lächelt freundlich in die Kameras, ehe sie sich etwas zögerlich in ihren Lounge-Sessel setzt.




Meine sehr verehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen zur "Schattentäter - Blogtour".

Nachdem Ihnen meine Kollegin Patricia gestern das Buch "Schattentäter" sowie den Autor Jannes C. Cramer vorgestellt hat, haben wir heute die beiden Haupt-Protagonisten Felix und Melanie für ein Interview zu Gast.

Sie haben darum gebeten, dieses Interview im kleinen Kreis führen zu dürfen, um unnötige Strapazen zu vermeiden. Wir kamen ihrer Bitte nach, denn wir respektieren natürlich ihre Privatsphäre und wissen um die Geschehnisse in letzter Zeit, über die wir heute sprechen möchten.





Hallo Melanie, Hallo Felix! Schön, dass Ihr Euch Zeit genommen habt, um mir ein paar Fragen zu beantworten.



Felix: Kein Problem.




Melanie: (sieht Felix strafend an) Hallo Juliette. Natürlich bin ich gern gekommen, ich liebe Journalismus und freue mich immer, Kolleginnen zu treffen.




Die Freude ist ganz meinerseits. Könnt Ihr Euch bitte kurz den Zuschauern vorstellen? Wie lauten Eure vollständigen Namen und wie alt seid Ihr?


Felix: Ist das irgendwie wichtig?





Melanie: Mensch, Felix, jetzt komm schon. Wir haben beide gesagt, dass wir dieses Interview machen.



Felix: (seufzt) Ist ja schon gut. Also, ich heiße Felix Riebig und bin 34.





Melanie: Ich bin Melanie, beziehungsweise eigentlich Melanie Johanna Farber, 32 Jahre alt und Single. Wenn ich richtig gelesen habe, hast du auch zwei Vornamen, Juliette?



Das stimmt, wobei ich meinen Erstnamen, also Juliette, lieber mag als meinen zweiten Namen Manuela, denn meine Mutter heißt auch Manuela. Das war immer etwas seltsam … Aber nett, dass Du erwähnst, dass Du Single bist (grinst) Wie habt Ihr Euch eigentlich kennen gelernt? Wie ist das Verhältnis zwischen Euch?



Melanie: Oh, das ist schon lange, lange her. Wir kennen uns schon, seit wir Kinder sind. Felix ist nach …



Felix: Melli!





Melanie: (atmet tief ein) Auf jeden Fall ist Felix bei uns aufgewachsen, er ist wie mein großer Bruder, na ja, eigentlich bin ich mehr wie seine große Schwester, obwohl ich jünger bin. Aber du weißt ja, die Frauen sind immer etwas weiter in der Entwicklung, nicht wahr? (lacht) Spaß beiseite. Wir haben viel zusammen durchgemacht in den letzten Jahren.


Felix: … und deine Eltern zur Verzweiflung getrieben. (grinst schelmisch)





Melanie: (lacht) Das kannst du laut sagen. Die Hälfte ihrer grauen Haare hat meine Mutter bestimmt wegen unseren Dummheiten.



Viel durchgemacht … wie z. B. die Sache mit dem Unfall? Felix, was fühlt und denkt man denn, wenn man in einem Leichensack aufwacht? Hast Du vielleicht sogar gedacht, dass Du Dich in einem alkoholisierten Zustand befindest?


Felix: (seine Miene wird ernst) Dieses Gefühl möchte ich nicht beschreiben. Ich will mich nicht einmal daran erinnern müssen. Ich hasse enge Räume.

 




(Melanie legt ihre Hand auf seinen Arm)



Felix: Ich konnte das alles in der Situation gar nicht richtig realisieren. Ich wusste in dem Moment nichts mehr vom Unfall oder von der Zeit danach, also habe ich mich nur gewundert, wie ich in diesen Sack gekommen bin. Ich hab echt gedacht, da erlaubt sich einer 'nen richtig blöden Scherz. Und was den Alkohol angeht, habe ich mich im ersten Moment wirklich gefragt, ob ich wegen dem bisschen Sekt einen solch enormen Filmriss haben konnte.


Melanie: (zieht die Augenbrauen zusammen) Fast eine Flasche, Felix.




Felix: (winkt ab) Wenn du das sagst … Wie auch immer, ich habe gar nicht gewusst, wo ich war – und warum.




Diese Gefühle kann man als außenstehende Person vermutlich nur schwer nachvollziehen und begreifen. Auch nicht, was danach geschah. Du bist ja den Flur entlanggegangen und hast Melanie mit einem Arzt sprechen sehen. Warst Du erleichtert sie zu sehen?


Felix: Erleichtert kann man das nicht gerade nennen. Ich war total überrascht, wie sie mich angeschaut hat. So einen Blick habe ich bei ihr noch nie gesehen.




Melanie: Zu Recht!




Felix: (grinst) Als hättest du nen Geist gesehen, Lolli.




Melanie: Das hab ich in dem Moment auch gedacht. (sie wirft ihm einen bösen Blick zu) Und nenn mich nicht so, du weißt, dass ich das hasse.




Lolli? Ist das Dein Spitzname?





Melanie: Leider. Ich weiß nicht, wer auf diesen blöden Namen gekommen ist, aber seit so ein Köter mich abgeschlabbert hat und mein Gesicht rot wie eine Tomate war …



Felix: (lacht herzhaft) Das sah zum Brüllen komisch aus.





Melanie: Für mich war das nicht komisch, sondern peinlich! Ich wär am liebsten nie wieder in die Schule gegangen und seitdem ist mir in der Nähe von großen Hunden immer etwas mulmig.



Mulmig war Dir bestimmt auch zumute, als Du Felix im Krankenhaus plötzlich auf Dich zukommen sahst, oder? Was hattest Du denn kurz zuvor mit dem Arzt besprochen?




Melanie: Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Der Arzt hat mir gerade ausführlich erklärt, was mit Felix passiert war … ähm … was mit ihm angeblich passiert sein sollte. Wie würdest du dich da fühlen? Ich war völlig baff und …


Felix: … bist umgekippt.





Melanie: (wird leicht rot) Ist das ein Wunder? Ich hätte dich mal in der Situation sehen wollen. Es war nicht gerade toll. Andererseits auch wieder doch … Ach, einfach zu viel für mich.



Das war sicher nicht leicht für Euch. Felix, wie möchtest Du jetzt mit diesem Ereignis umgehen? Hast Du Dir Gedanken darüber gemacht, was die Ursache Deines Überlebens war?


Felix: Es gibt da einige komische Sachen in den Berichten. Ich kann mir nur vorstellen, dass ein paar Leute da gehörig Mist gebaut haben oder eine Verwechslung vorliegt. Aber vielleicht bin ich ja auch so ein Freak, wie manche Reporter und Ärzte glauben.



Melanie: Red doch nicht so einen Unsinn.




Felix: (winkt ab) Wir werden sehen …




Von welchen komischen Sachen sprichst Du gerade?




Felix: Du hättest die Fotos sehen sollen. So was hab ich noch nie gesehen und will es auch nie wieder sehen müssen. Wenn der Mist aus dem Bericht stimmen würde, könnte ich jetzt nicht hier sitzen und reden, also passt das nicht zusammen.


Es ist sicher schwer jetzt, sich auf neue Ziele zu konzentrieren. Felix, wie geht es mit Deiner Arbeit weiter? Ich habe gehört, Du hast ein paar Probleme?


Felix: (zieht eine Augenbraue hoch) Gehört? Von wem? Ich wüsste nicht, was andere meine Probleme bei der Arbeit angehen.





Melanie: (kleinlaut) Du musst schon zugeben, dass du in letzter Zeit viel zu oft unpünktlich warst, nicht nur bei der Arbeit.



Felix: Ernsthaft? Du hast mich angeschwärzt?





Melanie: (schüttelt kräftig den Kopf) Was denkst du von mir? Vielleicht hat jemand auf der Arbeit was gesagt. Glaubst du, ich würde etwas über dich ausplaudern?


Felix: Hast du doch gerade. Außerdem bist du auch eine von denen.







Melanie: Denen?




Felix: Na den Reportern, die ständig 'ne Story suchen. Du sagst doch selbst, wie wichtig dir dieser ganze Kram ist.





Melanie: (verschränkt die Arme) Das ist kein Kram, das ist wichtig. Nimm‘s ihm nicht übel, Juliette. Er hatte seit dem Unfall so viele nervige Anrufe von Journalisten, da wäre ich auch genervt. Außerdem hat er es sowieso gerade nicht leicht.



Apropos nicht leicht … Melanie sprach eben noch andere Probleme, außerhalb Deiner Arbeit, an, Felix. Was meint sie damit?



Felix: Wahrscheinlich nervt sie, dass ich ein paarmal nicht ganz pünktlich zur Verabredung gekommen bin.





Melanie: Ich finde zumindest, dass fast eine Stunde nicht mehr als „nicht ganz pünktlich“ durchgeht.




Da stimme ich dir zu. Zumal Du sicher bessere Dinge zu erledigen hättest, nicht wahr, Melanie? ie Wie sieht es denn mit Deinem Traumjob aus?




Melanie: Ich hab endlich eine vernünftige Stelle im „Anzeiger“ bekommen. Ich hoffe, dass ich bald auch größere Storys schreiben darf, weil ich diese Arbeit einfach liebe. Recherche, Spannung, Drama, Schicksale … (sie strahlt)



Bist Du denn bereit für den großen Durchbruch? Für DIE Story Deines Lebens?




Melanie: Ich warte schon so lange auf diese Chance. Natürlich bin ich bereit. Ich bin sicher, dass ich irgendwann die ganz große Story veröffentlichen kann. Vielleicht nicht diese Woche oder dieses Jahr, aber es wird passieren.



Wie sieht es privat bei Euch aus? Ihr seid so lange miteinander befreundet und kennt Euch quasi in- und auswendig, habt Ihr Euch noch nie als mögliches Liebespaar gesehen? Ist vielleicht die Alkoholsucht von Felix bisher ein Hindernis gewesen?


Felix: (entrüstet) Al-ko-hol-sucht!? Ich habe kein Alkoholproblem und wenn ich eins hätte, ginge es niemanden etwas an, okay?





Melanie: Das ist kein gutes Thema. Wir haben uns schon so oft deswegen gestritten, dass ich aufgegeben habe. Es ist sein Leben, auch wenn es mir weh tut, ihn manchmal so zu sehen.


Felix: Pfff …





Melanie: Und was die andere Frage angeht: Wir waren nie ein Paar. Wir sind wie Geschwister.




Und es hat noch nie geknistert zwischen Euch?




Felix: Ich hab es nie drauf angelegt.





Melanie: (knufft ihn in die Seite) Idiot. Aber im Ernst: Er wäre eigentlich schon mein Typ – wenn er sich mal vernünftig rasieren und einen Haarschnitt verpassen lassen würde.


Felix: (sieht sie mit einem seltsamen Blick an)





Melanie: Es hat sich halt nie ergeben und ich finde es gut, wie es ist. Wir können uns alles sagen und uns notfalls trösten.



Felix: Das Trösten ist aber mehr meine Aufgabe, Melli. Du hast einen grauenvollen Männergeschmack.





Melanie: Idiot.




Felix: Ich weiß. (grinst)




(Beobachtet die beiden fasziniert) So, so! ;) Nach all den schlimmen Erlebnissen hat man einiges zu bewältigen. Könnt Ihr überhaupt noch gut schlafen?




Melanie: (sieht Felix fragend an)




Felix: (zuckt mit den Schultern)





Melanie: Ich glaube, er spricht nicht gern darüber. Ich weiß, dass er schon vor dem Unfall üble Träume hatte und nicht mehr gut geschlafen hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jetzt besser geworden ist.


Felix: (atmet tief ein) Ich komm schon damit klar.





Melanie: (mehr zu sich selbst) Hoffentlich.




Um was ging es bisher in den Träumen? Magst Du uns davon erzählen, Felix?



Felix: Schwer zu sagen. Ich kann mich nach dem Aufwachen nicht mehr genau erinnern, was ich geträumt habe. Aber ich weiß genau, dass es jedes Mal ätzend ist.



Es bleibt also immer ein ungutes Gefühl. Da möchte ich nun nicht weiter nachbohren. Vielen Dank für Eure Zeit. Möchtet Ihr den Lesern etwas mit auf den Weg geben?


Felix: Ich könnt 'nen Drink vertragen. (lacht) Nur ein Witz!





Melanie: (schüttelt den Kopf) Ich freue mich, dass du uns eingeladen hast, Juliette. Ich hoffe, wir konnten dir deine Fragen beantworten und wünschen deinen Lesern viel Spaß und dir viel Erfolg bei deinen weiteren journalistischen Arbeiten.



Ich wünsche Euch ebenfalls alles Gute und hoffe, dass sich die Zukunft für Euch positiv entwickelt.




Melanie: Danke dir.




Meine Damen und Herren, wir beenden an dieser Stelle das Interview und bedanken uns ganz herzlich für Ihr Einschalten.

Morgen geht es mit meiner Kollegin Sabine Kettschau weiter, die etwas über den Geheimbund UMBRA DEI berichten wird.



Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Tag/Abend.

Bis zum nächsten Mal!


GEWINNSPIEL - News

Um auch an dieser Blog-Station ein Glücks-Los zu ziehen, 
beantwortet mir bitte hier folgende Frage:

Mit wem sprach Melanie kurz bevor Felix aus dem Leichensack kletterte?

Die Antwort findet Ihr im Interview.

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Sammelt alle Lose und nehmt täglich an der Blogtour teil.

Viel Glück! :)

Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Auf Facebook haben wir eine Gruppe für Blogtouren, vielleicht magst du ja mal vorbeischauen?
    Wir halten da alles aktuell und verlinken die Beiträge, damit man immer alles im Blick hat und nichts verpasst - bei den vielen Touren verliert man ja leicht den Überblick ;)
    https://www.facebook.com/groups/981737925190683/

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Hallo,

    sie hat mit einem Arzt gesprochen.

    LG
    SaBine

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  3. Hallo,
    danke für deinen Beitrag. Kurz bevor Felix aus dem Leichensack kletterte hat Melanie mit einem Arzt gesprochen.
    LG
    Anni

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